Wir können CO2 aus der Luft holen.

Die Emission von Treibhausgasen spielt bei der gefährlichen Veränderung unseres Klimas eine entscheidende Rolle. Besonders mit steigendem CO2-Gehalt wird die Atmosphäre für die von der Erde reflektierte langwellige Wärmestrahlung immer undurchlässiger, was zum aktuellen Temperaturanstieg und Treibhauseffekt führt.

 Die Verringerung und Umwandlung von CO2 zählt daher zu den wichtigsten Aufgaben im Kampf gegen den Klimawandel.

Die Mechanismen 

Die Produktion von CO2 lässt sich nicht ganz vermeiden, weder in der Industrie noch im Alltag. Aber sie lässt sich reduzieren (v.a. durch verbindliche Klimaschutz-Ziele) und wir können CO2 aus der Luft holen und unschädlich machen. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: die CO2-Kompensation und die Stilllegung von CO2-Emissionsrechten (Neutralisation). Die zugrundeliegenden Standards sind CDM und EU-ETS.

CDM Clean Development Mechanism zur Kompensation

Der CDM (Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung) als Methode der CO2-Kompensation, basiert auf dem Kyoto Protokoll von 2007. Dabei wird der in einer Region A verursachte CO2 – Ausstoß durch ein Investment in  CO2-senkende und -einsparende Maßnahmen in einer Region B ausgeglichen. Der Gesamt-Ausstoß liegt somit theoretisch bei Null. An welchem Standort die Kompensation der Emissionen erfolgt, ist irrelevant. Häufig erfolgen die CDM-Maßnahmen in Entwicklungsländern. Sie werden von unabhängiger Stelle kontrolliert und durch Certified Emission Reductions CER (Emissions-Reduktionseinheiten) zertifiziertDiese Zertifikate werden an wohlhabendere Länder verkauft, die damit die Einsparungsmaßnahmen unterstützen. Das Kyoto Protokoll endete im Jahr 2020, so dass die Zukunft des CDM ungewiss ist.  Auf dem CDM basiert eine Reihe weiterer globaler Standards (z.B.  Gold StandardVerified Carbon Standard etc.). 

Die Kritik am CDM betrifft die Frage der “Zusätzlichkeit”:  Die Reduktionsleistung eines CDM-Projekts ist immer hypothetisch, da die tatsächlichen Emissionen mit einem Referenz-Szenario verglichen werden, das besagt, wie viele Emissionen ohne das Projekt ausgestoßen worden wären. Somit werden im CDM hypothetische Einsparungen gegen reale Emissionen gehandelt. Eine 2016 veröffentlichte Studie kam zu dem Schluss, dass bei 85 % der untersuchten Projekte Zweifel bezüglich der “Zusätzlichkeit” bestehen. Für Projekte, bei denen die “Zusätzlichkeit” nicht gegeben ist, führt der Verkauf des Zertifikats leider nicht zu einer zusätzlichen CO2  Reduktion. 

EU ETS European Union Emissions Trading System zur Neutralisation

Der EU-Emissionsrechte-Handel ETS trat am 01.01.2005 in der EU in Kraft und ist der weltweit größte Emissionsrechte-Handel. Er beruht darauf, dass jeder Betreiber der bisher 11.000 erfassten kohlenstoffintensiven Produktions-Anlagen in der EU für jede Tonne emittiertes CO2 ein gültiges Emissionsrecht erwerben und vorlegen muss. Diese Menge der Emissionsrechte ist begrenzt, wird jährlich neu festgelegt und von der EU-Kommission ausgegeben. Das Prinzip des EU-ETS sieht vor, daß ein von A erworbenes Recht von B nicht mehr ausgestoßen werden kann. Es wird nach dem Kauf stillgelegt und ist damit weg vom Markt. Die Emissionsrechte sind handelbar, d. h. die Anlagen-Betreiber können überschüssige Rechte verkaufen oder müssen zusätzlich benötigte Emissionsrechte nachkaufen. Je weniger Emissions-Rechte noch im Markt sind, desto teurer werden sie. Die europäische Industrie erhält somit einen Anreiz, ihre Emissionen schneller zu verringern und sauberer zu produzieren. 

Entscheidend beim EU-ETS Mechanismus ist Angebotsmenge. In den anfänglichen Handelsperioden war die Menge an ausgegebenen Emissionsrechten zu hoch, weswegen der Preis zunächst viel zu niedrig war (5 € pro Tonne CO2 ), um eine Veränderung zu bewirken. Inzwischen wurde die ausgegebene Menge deutlich reduziert, so dass der Preis aktuell bei ca. 50 € pro Tonne CO2 liegt.

Somit ist dieser Mechanismus sehr effizient geworden und bietet den größten Hebel zu einer effektiven Kompensation von CO2 in Europa. Dies zeigt besonders die aktuelle Entwicklung bei den Kraftwerken in Europa: durch die gestiegenen CO2-Preise müssen sie wohl früher abgeschaltet werden, als geplant.  

Dein Beitrag mit Gemeinsam-ans-ziel

Mit unserer Tramling-App zur Neutralisierung von CO2 im Autoverkehr haben wir uns bewußt für den EU-ETS Mechanismus zur Stilllegung von EU-Emissionsrechten entschieden. Die Nutzung des EU-ETS-Standard ist zwar teurer, als die Methode der Kompensation, bietet jedoch die einzig reelle Möglichkeit, schneller für saubere Luft und emissionsärmere Produktionsanlagen in Europa zu sorgen. Wir kombinieren den Kauf von EU-Emissionsrechten mit lokalen Projekten in Deutschland.  Du wählst aus, mit welchem unserer Projekte Du zum Klimaziel in Europa beitragen willst.

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